St. Mauritius Ulm
Die Ulmer Kirche war ursprünglich die "Mutterkirche" für Renchen, Erlach, Haslach, Stadelhofen, Tiergarten und Mösbach. Die genannten "Filialen" trennten sich im Lauf der Jahrhunderte und wurden selbständige Pfarreien.Die heutige Kirche St. Mauritius wurde 1820/21 erbaut.
Heiliger Mauritius, Renchen-Ulm
Gedenktag: 22. September
Name bedeutet: der Maure (Mohr) (latein.)
Märtyrer † 302 (?) bei Agaunum, dem heutigen St-Maurice in der Schweiz
El Greco: Das Martyrium des Mauritius und seiner Thebäischen Legion, 1580 / 81, im Kloster San Loren
Mauritius war der Überlieferung nach römischer Offizier, Anführer der 22., der thebäischen Legion, die in der Thebais - der Gegend um Theben - in Ägypten ausgehoben worden war, nur aus Christen bestand und nun in Agaunum - dem heutigen St-Maurice - in der Schweiz stationiert war. Sie hatten sich geweigert, den alten Göttern zu opfern und sich an der Verfolgung der Christen zu beteiligen. Daraufhin ließ Maximianus, der Mitregent von Kaiser Diokletian, der zu jener Zeit in Octodurum - dem heutigen Martigny - weilt, jeden zehnten Mann zur Abschreckung umbringen, was aber ohne Erfolg blieb. Er wiederholte das so lange, bis die ganze Legion ermordet war. Mit Mauritius gehörten zu den g etöteten Führern Candidus, Innocentius, Exuperius, Constantinus sowie Vitalis. Ursus und Victor entkamen zunächst und wurden später in Solothurn gemartert.
Die Geschichte des Mauritius und seiner Gefährten geht zurück auf die um 440 verfasste Passio Acaunensium martyrum, die Leidensgeschichte der Märtyrer von Agaunum, des Eucherius von Lyon, der sich auf eine mündliche Zeugenkette berief. Gebeine der Märtyrer wurden schon um 380 aufgefunden und Bischof Theodor von Sitten gezeigt, der über den Grabstätten im heutigen St-Maurice eine Kirche errichten ließ, die zum Wallfahrtsort wurde; diese Gedenkstätte ist archäologisch nachgewiesen.
Die zahlreichen Pilger, die nach St-Maurice kamen, verbreiteten die Verehrung im 5./6. Jahrhundert in der Schweiz. St-Maurice wurde zum zentralen Heiligtum des Burgunderreichs. Von dort verbreitete sie sich in Frankreich, Italien, Deutschland, England und auch in Spanien. 888 wurde er Patron des Königreiches Burgund.
Der deutsche Kaiser Otto I. erhielt anlässlich seiner Heirat 951 mit Adelheid, der Tochter des Königs von Burgund, von diesem zum Weihnachtsfest 960 Reliquien von Mauritius für seinen Dom St. Mauritius in Magdeburg. Sie galten damals als das ehrwürdigste Heiligtum auf deutschem Boden.
Attribute: dunkelhäutiger Ritter
Patron von: Burgund und der Kantone Wallis und Appenzell-Innerrhoden, von Coburg und Wiesbaden; der Soldaten, Waffen- und Messer-schmiede, Kaufleute, Färber, Hutmacher, Tuchweber, Wäscher und Glasmaler; der Pferde und Weinstöcke; in Kämpfen, bei Pferdekrank-heiten; gegen Besessenheit, Gicht und Ohren-leiden; zweiter Patron des Bistums Magdeburg
Bauernregeln:
Ist das Wetter heute klar, / toben Winde im kommenden Jahr.
Ist St. Moritz hell und klar, / stürmt der Winter, das ist wahr.
Gewitter um Mauritius / bringet Schaden und Verdruss.
Zeigt sich klar Mauritius, / viele Stürm' er bringen muss.
Quelle: http://www.heiligenlexikon.de/BiographienM/Mauritius.htm
